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Filme

02.04.12

Unvollständige Liste von Filmen zu den Themen Krieg und Nationalismus:

 

Österreichweite Filme/Theater u.a.

 

Stefan Ruzowitzky: Das radikal Böse. 23.4.2014 
im Bregenzer Metro Kino näheres und weiteres unter 
www.erinnern.at
Andere Termine

 

Vorarlberg - Tone Bechter: "Sie dachten anders" - 
Widerstand und Fahnenflucht
Ort: Theater am Saumarkt, 6.5.2013 um 20.15 Uhr; 
Film & Diskussion mit Tone Bechter und Burkhard Wüstner.

06.05.2013  |  20:15  –  22:30   |  

Der 10. Film von Tone Bechter beschäftigt sich mit dem Widerstand gegen ein diktatorisches Regime, beginnend in der Dollfuß-Ära 1933 bis zum Ende des Hitler-Regimes 1945.
In der Spieldokumentation sprechen Zeitzeugen aus dem Großen Walsertal über ihre schwere Vergangenheit als Deserteure und Widerstandskämpfer.

 

 

2013: "Unsere Mütter, unsere Väter", Teil 1-3

Juni 1941, einige Tage vor dem Überfall auf die Sowjetunion. In Berlin treffen sich fünf Jugendfreunde, um Abschied zu nehmen,…Weitere Links zum Film: ZDF, DIE PRESSE, DER SPIEGEL,

 

2012: Dann bin ich ja ein Mörder - Manoschek -Dokumentation. Österreich 2012. 70 Minuten

Er kann sich nicht erinnern – oder will es wohl nicht. Adolf Storms, einstiger Angehöriger der Waffen-SS, soll kurz vor Kriegsende im burgenländischen Deutsch Schützen mit anderen etwa 60 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter erschossen haben. Die Beweise und Zeugenaussagen sind erdrückend, mit denen der Politikwissenschafter Walter Manoschek den ehemaligen Täter in langen Gesprächen konfrontiert.

Im Sommer 2008 stand der damals fast 90-jährige ehemalige SS-Unterscharführer Adolf Storms vor der Kamera Rede und Antwort, dem die Ermordung eines ungarischen Juden sowie die Beteiligung an einem Massaker an 57 jüdischen Zwangsarbeitern im März 1945 im Burgenland zur Last gelegt wurde.

 

2012: Barbara – Christian Petzold

Die Ärztin Barbara (Nina Hoss) will die DDR unbedingt verlassen. 1980 entschließt sie sich einen Ausreiseantrag zu stellen, doch der Staat reagiert auf seine Weise: er versetzt sie von der Hauptstadt Berlin erst einmal in ein winziges Provinz-Krankenhaus. Für Barbara ist klar, dass dies nur eine Durchgangsstation für ihre Reise in den Westen sein kann. Sie ist kaum motiviert, da der Aufenthalt nur von kurzer Dauer sein soll und interessiert sich kaum für ihre Patienten, Kollegen und Nachbarn. Stattdessen arbeitet sie gemeinsam mit ihrem Geliebten aus dem Western Jörg (Mark Waschke) bereits an ihrer Flucht. Doch nach und nach kommt sie ihrem Chef in der Kinderchirurgie Andre (Ronald Zehrfeld) immer näher. Andre scheint ihr zu vertrauen, deckt ihr Engagement für die Ausreißerin Stella (Jasna Fritzi Bauer). Doch Barbara ist misstrauisch. Wurde Andre vielleicht von der Stasi auf sie angesetzt? Doch der neue Mann in ihrem Leben fasziniert die eigentlich liierte Barbara auch ungemein. Sie droht sich zu verlieben während der Tag ihrer Flucht immer näher rückt…

2011: Wer, wenn nicht wir - Andres Veiel

(der beste RAF Film…), der von Bernward Vesper und Gudrun Ensslin erzählt, wie sie sich gegen ihre verbohrten, konservativen NaziEltern auflehnten und zu extremen RAF mitgliedern wurden…

Deutschland in den frühen Sechzigern: Bernward Vesper, Sohn des NS-Schriftstellers Will Vespers, lernt während des Studiums in Tübingen die Pfarrerstochter Gudrun Ensslin kennen: Beginn einer schmerzhaften und leidenschaftlichen Liebesgeschichte. Sie gründen einen gemeinsamen Verlag, gehen nach Berlin. Gudrun verlässt für den radikalen Andreas Baader Mann und Kind, driftet in die Terrorismusszene, während Vesper sich auf Drogentrips verliert.

2011: Der Brand – Brigitte Maria Bertele

Während eines Salsa-Abends, den die 35-jährige Judith Hoffmann ohne ihren Partner Georg besucht, wird sie vom charmant wirkenden Arzt Ralph Nester angeflirtet. Auf dem anschließenden Weg nach Hause wird Judith von Ralph vergewaltigt. Sie erstattet Anzeige gegen den Familienvater Nester, doch es kommt wegen fehlender Indizien nicht zu einem Prozess. Nester sagt aus, dass sie einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit ihm hatte. Um das Geschehene zu verarbeiten, forciert Judith im Anschluss Treffen mit dem Täter und mit dessen Familie. Sie versucht, Ralph Nester zu einer Rücknahme seiner Falschaussage zu drängen und droht damit, ihn vor seiner Familie bloß zu stellen. In ihrer Verzweiflung geht sie ein weiteres Mal zu einem Salsa-Abend am selben Ort, wo sie auf Nester trifft. Im Anschluss provoziert sie Nester derart, dass er sie niederschlägt. Im Krankenhaus liegend, erfährt sie von ihrem Rechtsanwalt Valentin Stein, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Ralph Nester aufgenommen hat und es zu einem Prozess kommen wird. Durch die Folgen der Vergewaltigung geht die Beziehung von Judith zu ihrem langjährigen Partner Georg in die Brüche. Eine weitere bedeutende Rolle nimmt im Film die Beziehung zwischen Judith und ihrem die meiste Zeit hilflosen Rechtsanwalt ein.

2011: Vielleicht in einem anderen Leben - Ursula Strauss
Eine Operette wird zu einem Widerstandslied,
ein Topf Suppe zum Hochverrat,
ein kleines Dorf zeigt seine mörderische Seite.

Mit schwarzem Humor erzählt der Film über eine Gruppe ungarischer Juden, die in einem österreichischen Dorf stranden.
Das Auftauchen der Fremden öffnet bei den Einwohnern nicht nur die Ventile für Volkszorn, sondern weckt auch die Sehnsucht nach einem Leben, in dem Liebe und Musik ihren Platz haben.

In den vier Tagen, in denen die Geschichte spielt, wird über das Schicksal aller Beteiligten neu verhandelt.
Wie immer in Krisenzeiten geht es darum, auf welche Seite man sich stellt. 
Elisabeth Scharang, Regisseurin

2011: Der ‚Atem des Himmels’ – Reinhold Bilgeri

Klischeehaft in Szene gesetzt, schwache schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin u Gattin des Autors; Hintergrund; die Lawinenkatastrophe von Blons im Jahr 1954

 

2009: Anonyma - Eine Frau in Berlin - Max Färberböck

Berlin 1941. Anonyma, eine elegante Frau um die 30, feiert mit einigen Freundinnen und wenigen Männern – gebildete, gutsituierte Nazis unter sich. Nur der Gedanke an die Männer an der Front, unter anderem auch Anonymas Geliebter Gerd, kann die Stimmung momentweise trüben. Vier Jahre später, im April 1945: Der Kampf um Berlin. Aus dem siegesgewissen Mitglied der besseren Gesellschaft ist eine heruntergekommene, hungernde Frau geworden, die wie alle anderen den alltäglichen Kampf ums Überleben zwischen Luftangriffen, der Sorge um Essen und Trinken und notdürftiger Unterkunft führt. Die Russen kommen stündlich näher, und in den Notgemeinschaften der Luftschutzkeller und zerbombten Wohnungen herrscht die Angst vor Vergewaltigung. Und wirklich – als die Russen da sind, hilft kein Vermitteln, kein Flehen. Anonyma, des Russischen mächtig, hofft sich und andere Frauen vor dem aggressiven Eroberungswillen der Soldaten und Offiziere schützen zu können. Doch vergeblich. Es gibt keine Sicherheit, keinen Ort, in den die betrunkenen russischen Horden nicht eindrängen. Anonyma tritt die Flucht nach vorne an. Sie wird bei dem russischen Major Andrej vorstellig und bittet um Schutz. Doch der Offizier bringt ihr vorerst nur Kälte und Verachtung entgegen. Aber Anonyma möchte kein Opfer sein. Um sich und die vorwiegend weibliche Gemeinschaft, mit der sie seit der Zerstörung ihrer Wohnung lebt, davor zu schützen, Freiwild zu sein, muss sie sich einem Offizier hingeben, denn Plünderung und Vergewaltigung halten an. In Oberleutnant Anatol scheint Anonyma schließlich den Richtigen zu finden. Seine Männer gehen von nun an in der Wohnung, die sie mit einer älteren Witwe und anderen Hausbewohnern teilt, ein und aus. Da taucht unverhofft auch Major Andrej bei Anonyma auf. Sie glaubt zu wissen, was er will. Doch er bleibt zurückhaltend. Dass er sich nicht wie die anderen benimmt, verstört sie. Sie provoziert ihn, doch er bleibt. Die Deutsche erfährt von den Gräueltaten von SS und Wehrmacht und auch, dass ihre Landsleute Andrejs Frau ermordet haben. Aber der Offizier ist anders als die Russen, die die Wohnungen der Deutschen sonst bevölkern. Andrej ist intelligent, gebildet, klug und sensibel – und doch von einer Härte und einem Eroberungswillen, der ahnen lässt, was die Deutschen ihm und seiner Familieangetan haben. Anonyma ist irritiert von diesem Mann, mit dem sie so vieles verbindet und von dem sie doch so vieles trennt. Hitlers Deutschland, Anonymas Deutschland hat kapituliert. Die Russen feiern, die Deutsche und der russische Major sprechen über die Zukunft. Da trifft die Nachricht ein, dass Berlin gefallen ist. Die Rote Armee hat gesiegt. Doch wie soll eine Zukunft aussehen zwischen einem Mann und einer Frau, die Feinde sind? Und Anonyma wartet noch immer auf Gerd. Als er tatsächlich zurückkehrt – zerstört und besiegt auch er – gibt sie ihm ihre Tagebücher zu lesen, die sie in den Wochen der Belagerung minutiös geführt hat. Aber der Mann versteht nicht, kann nicht begreifen, was die Zeit der Besatzung durch die Sieger für die Frauen bedeutet. Nichts scheint die beiden mehr zu verbinden. Hitlers Krieg hat nicht nur Berlin zerstört.

 

2009: Heil Hitler – die Russen kommen  - Simon Wieland

Diese Thema lässt die Menschen auch bald 70 Jahre nach Kriegsende nicht zur Ruhe kommen: Das Dritte Reich und all seine Gräueltaten füllen seit Jahrzehnten die Fernsehprogramme und Kinosäle. Nun kommt mit „Heil Hitler – Die Russen kommen“ eine weitere Dokumentation dazu, die eine der unzähligen Facetten des Hitler-Regimes untersucht.

In 13 Kapiteln mit Titeln wie „Heil Hitler“ über „Wir Kindersoldaten“ bis „die Russen kommen“, erzählen Zeitzeugen ihre individuell erlebte Geschichte. Diese persönlichen Erlebnisse zwischen 1938 bis 1945 und der Zeit danach eröffnen die freie Sicht auf eine ungeahnte Gewaltdimension – die immer noch spürbar ist. Die Geschichten hinter der großen Geschichte zu erzählen und hinter der historischen Faktizität hervorzuholen: darin liegt der Ansatz dieser Dokumentation von Simon Wieland.

 

2009: Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte – Michael Haneke

Die Handlung des Schwarzweißfilms ist im Jahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Norddeutschland angesiedelt und schildert mysteriöse Vorfälle im fiktiven Dorf Eichwald. Der Film verdeutlicht das bedrückende, insbesondere für die Heranwachsenden traumatische soziale und zwischenmenschliche Klima der damaligen Zeit, das selbst im engen Familienkreis von Unterdrückung und Verachtung, Misshandlung und Missbrauch sowie Frustration und emotionaler Distanz geprägt ist. Er wirft einen kritischen Blick auf den sittenstrengen Protestantismus, der dem Einzelnen ständig Zwänge auferlegt, die Entfaltung der Persönlichkeit verbietet und so letztlich den gesellschaftlichen Übergang vom Wilhelminismus zum Nationalsozialismus begünstigt.

Seine Uraufführung erlebte Das weiße Band am 21. Mai 2009 bei den 62. Filmfestspielen von Cannes, wo Haneke mit der Goldenen Palme, dem Hauptpreis des Filmfestivals, ausgezeichnet wurde. Kinostart war Mitte September 2009.

 

2008 : Herrenkinder - Das System der NS-Eliteschulen, Doku, Deutschland, Eduard Erne, Christian Schneider

Die Schüler der NS-Ausleseschulen, der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten, kurz ‚Napola‘ genannt, und der Adolf-Hitler-Schulen sollten die Elite des sogenannten 1.000-jährigen Reiches werden. Viele von ihnen haben dann tatsächlich Elitepositionen in den jungen Nachkriegsrepubliken Deutschland und Österreich erworben. Das Register der Napola-Schüler, die nach 1945 in Wirtschaft, Politik, Militär und Kultur Spitzenfunktionen erlangten und über Jahrzehnte innehatten, ist lang. Ist also das Konzept der Schulen aufgegangen? Und was ist aus ‚dem anderen Teil‘ dieser Erziehung geworden? Da gab es die bedingungslose Identifizierung mit Führer, Volk und Vaterland und den eingetrichterten Glauben an die rassistischen Vorstellungen von Herren- und Untermenschen. Was haben vor allem der paramilitärische Drill, die gezielte Unterwerfung unter die NS-Disziplin und die teilweise brutale Erniedrigung im Schulalltag aus den Zöglingen gemacht? Denn die diesen Internatsschulen anvertrauten Kinder sollten systematisch gebrochen werden, um aus den psychischen Trümmern ‚Herrenmenschen‘ zu schaffen. Die Dokumentation beschreibt die Wirkung nationalsozialistischer Eliteerziehung. Prominente ehemalige NS-Eliteschüler, darunter Theo Sommer von der ZEIT, Kultur-‚Papst‘ Hellmuth Karasek und der ehemalige österreichische Justizminister Harald Ofner, schildern – teilweise an den Originalschauplätzen – den Alltag dieser Schulen und reden darüber, welche Folgen diese Schulerfahrung für sie bis heute hat. ‚Herrenkinder‘ ist eine Dokumentation über Destruktivität und den Missbrauch von Kindern. Denn manche Folgen der nationalistischen Erziehungsmethoden sind noch immer nicht überwunden und wirken in den Psychen bis heute fort.


2008: Auf der Suche nach dem Gedächtnis - Petra Seeger

Dokumentation über den Neurobiologen Eric Kandl

Eric Kandel hat sein Leben damit verbracht, nach den Funktionen des Gedächtnisses zu fragen. Sein eigenes Emigrantenschicksal führte ihn zur Hirnforschung, weil er für sich selbst erfahren wollte, wie sich menschliche Handlungsweisen erklären lassen.
Für die Entdeckung eines Proteins, das eine Schlüsselrolle bei der Speicherung von Ereignissen aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis spielt, erhielt Kandel 2000 den Nobelpreis für Medizin. Die erfahrene Dokumentarfilmerin Petra Seeger zeichnet das Leben des heute 80-Jährigen nach, besucht mit ihm Orte seiner Kindheit in Wien, blickt ihm bei seinen spannenden Laborarbeiten an der Columbia University in New York über die Schulter und schaut tief hinein ins Zentrum des Gehirns, dahin wo unser aller Erinnerungen gespeichert sind.Seeger gelingt ein eindrucksvolles Porträt dieses von einem sehr persönlichen Schicksal geprägten Genies.
weiter lesen auf FOCUS

 

2007: Söhne ohne Väter – Andreas Fischer

Während des Zweiten Weltkrieges starben die Hälfte aller deutschen Männer zwischen 20 und 30 Jahren. Dies bedeutete, dass eine ganze Generation von Kindern ohne ihren Vater aufwachsen musste. Besonders für die kleinen Jungen war das häufig ein Problem, weil sie nun kein vergleichbares Vorbild mehr hatten. Der Regisseur Andreas Fischer interviewte für seinen Film „Söhne ohne Väter“ acht Männer, die offen über den Verlust des Vaters sprechen.

 

2007:Die Flucht - Tatjana Gräfin Dönhoff

Nobel geht das Reich zugrunde: Als Landadlige versucht Maria Furtwängler in dem zweiteiligen Vertriebenen-Melodram „Die Flucht“ zum Kriegsende ihre Schutzbefohlenen aus Ostpreußen herauszuführen – der Film aber bleibt in gediegenen bis gefährlichen Stereotypen stecken. Filmausschnitt_You Tube

 

2007: Weder hier noch dort - Margit Eschenbach

Was bleibt, wenn die Heimat unwiederbringlich verloren ist?
Ehemalige deutsche Flüchtlingskinder, drei Frauen und zwei Männer, erzählen von dem, was der Verlust der Heimat für sie bedeutet – damals und heute.
Margit Eschenbach erkundet ihr Thema so erhellend unaufgeregt, mit einer Neugier für Geschichten und Erzählweisen, die beim Reizwort „Vertreibung“ nicht selbstverständlich sind. Es sind die leisen Töne, die Nuancen in den Perspektiven der Zeugen, die hier bestechen und den Raum öffnen für Schicksale, die viele der 16 Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen geteilt haben.

 

2007: 2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß - Malte Ludin / Franz Lustig

Die Familie eines Nazitäters, 60 Jahre nach Kriegsende. Längst ist die Wahrheit über die Vergangenheit des Vaters aktenkundig, aber unter seinen Verwandten wird sie beschönigt, geleugnet und verdrängt – mit all der Leidenschaft, zu der nur Familienbande fähig sind.
Hanns Ludin wird bereits in der Weimarer Republik berühmt, weil er in der Reichswehr für Hitler konspiriert. Nach 1933 steigt er schnell zum SA-Obergruppenführer auf. Ihm werden der Blutorden und andere hohe Weihen des Nazistaates zuteil. 1941 schickt ihn Hitler als Gesandten in den „Schutzstaat“ Slowakei. Als „Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen Reiches“ soll er dort die Interessen Berlins durchsetzen: vor allem die „Endlösung“. Nach dem Krieg wird Hanns Ludin von den Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert, 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Diese Tatsachen nimmt sein jüngster Sohn, der Filmemacher Malte Ludin, zum Ausgangspunkt einer schmerzlichen filmischen Auseinandersetzung mit den Legenden, die in der Familie über den Vater kursieren. War er ein Held und Märtyrer oder ein Verbrecher? Auf einmal sind alle bereit zu reden: Die Schwestern, Schwager, Nichten und Neffen …
Es entsteht ein intimes und doch beispielhaftes Filmdokument – ein hochemotionaler Bericht aus dem Inneren einer deutschen Familie. 60 Jahre nach Kriegsende spielt die Hitlerkatastrophe in deren Leben noch immer eine brennend kontroverse Rolle.

 

2006: Das Leben der anderen – Florian Henckel von Donnersmarck

November 1984, fünf Jahre vor der Öffnung der Berliner Mauer: Die DDR sichert ihren Machtanspruch durch den perfiden Überwachungsapparat der Staatssicherheit. Hauptmann Gerd Wiesler übernimmt die Observation des renommierten Schriftstellers Georg Dreyman und seiner Freundin Christa-Maria Sieland. Zunehmend fühlt sich der überzeugte Stasi-Mitarbeiter vom Leben des Künstlerpaares berührt. Als er erfährt, dass der Überwachung nicht politische, sondern private Motive zugrunde liegen, beginnt er, seinen Auftrag zu sabotieren – mit weit reichenden Folgen für alle Beteiligten.

Gelassen und zugleich gefühlvoll spürt Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck in seinem eindringlichen Spielfilmdebüt den Überwachungsmechanismen der Stasi und ihren schonungslosen Eingriffen in die Privatsphäre der Künstlerinnen und Künstler nach.

 

2005: Napola - Elite für den Führer - Dennis Gansel

Im Zentrum steht der mittellose Berliner Nachwuchs-Boxer Friedrich (Max Riemelt in einer beeindruckenden Vorstellung), der die Napola als einzige Chance sieht, seine erhoffte Sportkarriere wahr machen zu können. Erst der sensible Albrecht (Tom Schilling), Sohn des Gauleiters Heinrich Stein (Justus von Dohnányi), öffnet Friedrich nach und nach die Augen über die systematische Gehirnwäsche, der sie in dieser „Erziehungsanstalt“ ausgesetzt sind. Für die Beiden beginnt ein ideologischer Kampf innerhalb dieses Mikrokosmos des unmenschlichen Nazi-Regimes, dessen tragisches Ende vorprogrammiert zu sein scheint. Auch wenn Regisseur und Drehbuch-Autor Gansel mehr aus seinem unverbrauchten Setting hätte machen können, weiß sein Mahnmal für den geistigen Widerstand der Jugend dennoch durch hohe Dramatik und das eindringliche Spiel seiner Hauptakteure zu begeistern. Wohl auch wegen der Unverbrauchtheit seines Sujets umschifft Napola erfolgreich das „Alles schon mal gesehen“-Gefühl bei vielen anderen Filmen über die Nazi-Zeit, und bietet gerade für junge Leute wichtige Denkanstöße, die Napola lange nachwirken lassen.

 

2005: Der Untergang - Oliver Hirschbiegel

Berlin, April 1945: Ein Volk wartet auf seinen Untergang. In den Straßen der Hauptstadt tobt der Häuserkampf. Hitler (BRUNO GANZ) hat sich mit einigen Generälen und engsten Vertrauten im Führerbunker der Reichskanzlei verschanzt. Zu ihnen gehören auch Traudl Junge (ALEXANDRA MARIA LARA), seine Privatsekretärin, die ihn nicht im Stich lassen will. Während draußen die Lage immer mehr eskaliert, die Rote Armee weiter vorrückt und sich in den von Explosionen erschütterten Vierteln verzweifelte Szenen abspielen, erlebt Hitler den Untergang des Dritten Reiches hinter Bunkermauern. Obwohl Berlin nicht mehr zu halten ist, weigert sich der Führer, die Stadt zu verlassen. Er will, wie Architekt Speer (HEINO FERCH) es ausdrückt, auf der Bühne stehen, wenn der Vorhang fällt. Doch Hitler steht nicht auf der Bühne. Während sich die Wucht des verloren gegangenen Krieges mit aller Härte über seinem Volk entlädt, inszeniert der Führer im Bunker seinen Abgang. Noch Stunden vor dem gemeinsamen Selbstmord heiratet er Eva Braun (JULIANE KÖHLER). Statt des Endsiegs kommt das Ende, aber auch das ist vorbereitet bis ins letzte Detail. Nachdem er und Eva Braun sich das Leben genommen haben, werden ihre Leichen im Hof der Reichskanzlei verbrannt, damit sie nicht dem Feind in die Hände fallen. Viele seiner Getreuen wählen ebenfalls den Freitod. Goebbels und die verbleibenden Generäle weigern sich auch weiterhin, die von den Russen geforderte bedingungslose Kapitulation anzunehmen. Als die Lage immer aussichtsloser wird, tötet Magda Goebbels ihre sechs Kinder im Bunker mit Gift, bevor auch das Ehepaar Goebbels Selbstmord begeht. Kurz darauf gelingt Traudl Jungeund einigen anderen in allerletzter Sekunde die Flucht durch den russischen Besatzungsring

Quelle: Der Untergang DVD – Kritik – Trailer – Film von www.digitalvd.de

2004: Eigentlich sind wir (auch) von hier - Margit Eschenbach

Kindheitsorte zu besuchen sind fest vorgenommene Reisen. Affinität zu den Großeltern, vom Familienroman fast gefordert, verspricht besonderen Zauber. Kinder von Flüchtlingen und Vertriebenen kennen zwei Arten solcher Orte: die selbst erlebten und die, die sie nach den Erzählungen der Familie hätten haben können.

Margit Eschenbach teilt das Schicksal einer Generation, geboren Mitte des letzten Jahrhunderts. Für „Eigentlich sind wir (auch) von hier „ reiste sie mit ihrer DV-Kamera mit Einbein-Stativ nach Ostpreussen. Ins polnische Braniewo, damals Braunsberg, und in die russische Enklave Kaliningrad, Königsberg. Sie reist alleine, aber in Kenntnis des leichten Familienarchivs: Fotos und erzählte Erinnerungen. Sie besucht Orte ihrer Familie im kritischen Bewusstsein historischer Zusammenhänge, macht vorsichtig Bekanntschaften, führt Gespräche, beobachtet.
Eschenbachs „Camera stylo“ – Blick ist weder touristisch noch verschämt. Er bleibt offen, auf Augenhöhe, ist weder arrogant noch unterwürfig. Über den Wechsel der Landschaften, Orte und Jahreszeiten, zusammen mit den Fotos der Familie, bildet sich ein erzählerischer Bogen mit mehreren Kapiteln und Schichten: Großeltern, Jugend der Eltern, Krieg, Flucht und Vertreibung und die eigene Wahrnehmung von Geschichte.
Ein umsichtig formulierter und sorgfältig in den Film eingewobener Kommentar liefert knapp und präzise die notwendigen Informationen und begleitet ansonsten Suchen und Schauen, Nachdenken und Verstehen. Auch unbeantwortete Fragen werden aufgeworfen und Antworten mehr vorgeschlagen als aufgezwungen. Damit ist das Publikum zum Mitdenken einbezogen.

 

2003 - Das Wunder von Bern

Der legendäre Sieg der deutschen Nationalelf beim Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 gilt als „Das Wunder von Bern“. In dem gleichnamigen Film von Sönke Wortmann geht es zwar auch um die Vorbereitungen der deutschen Nationalspieler und die Weltmeisterschaftsspiele, aber die Sportereignisse bilden nur den Hintergrund für eine Familiengeschichte, und mit dem „Wunder von Bern“ ist hier weniger das Endspiel am 4. Juli 1954 gemeint, als das, was sich zur gleichen Zeit auf einer Autofahrt nach Bern abspielt: Der Spätheimkehrer Richard Lubanski findet endlich Zugang zu seinem elfjährigen Sohn Matthias und damit auch seinen Platz in der Familie, die elf Jahre ohne ihn leben musste, sowie in der deutschen Nachkriegsgesellschaft, in der ihm so vieles fremd ist.

 

2002: Gebürtig - Lukas Stepanik/Robert Schindel

„Vergangenheitsbewältigung ist Gegenwartsbewältigung. Wie leben wir mit all dem Vergangenen, wie gehen wir um mit dem Schatten, den das vergangene Grauen auf Gegenwart und Zukunft wirft? Davon erzählt GEBÜRTIG, voll Melancholie, Ironie und sarkastischem Schmäh.“ (Lukas Stepanik, Robert Schindel)

Der jüdische Emigrant Herrmann Gebirtig lebt als erfolgreicher Musicalkomponist in New York. Von Wien, dieser „Schlangengrube“, will er nichts mehr wissen. Doch Susanne Ressel, eine junge Journalistin, überredet ihn mit Charme und Hartnäckigkeit, gegen seinen ehemaligen KZ-Aufseher auszusagen. Der deutsche Journalist Konrad Sachs verdrängt die Tatsache, Sohn eines KZ-Arztes zu sein, der in Polen seiner „Arbeit“ nachging. Als er nach Auschwitz fährt, um über die Dreharbeiten zu berichten, trifft ihn die Erinnerung mit voller Wucht. Und der jüdische Kabarettist Danny Demant, in dessen Freundeskreis sich die Kinder von Tätern du Opfern mischen, besingt seine Heimatstadt: „Einst Welthauptstadt des Antisemitismus, ist Wien heute Vergessenshauptstadt worden.“ Aus der Gegenwart der späten achtziger Jahre, mit Witz und Verzweiflung, provokant und pointiert, erzählt der Film über jene Befangenheit, die sich als „gläserne Wand“ immer wieder zwischen Juden und Nichtjuden, Überlebende und Nachgeborene stellt.

 

1959: Die Brücke – Bernhard Wicki

„Die Brücke“ ist ein realistisch wirkender Antikriegsfilm von Bernhard Wicki ohne Effekthascherei, der gerade deshalb unter die Haut geht. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges werden sieben sechzehnjährige Gymnasiasten dazu abkommandiert, eine Brücke in ihrer Heimatstadt bis zur bevorstehenden Sprengung zu sichern. Aufgrund der vaterländischen Parolen, die sie fortwährend gehört hatten, begreifen sie nicht, dass sie damit nur vor einem Fronteinsatz bewahrt werden sollten. Stattdessen kämpfen sie blindwütig gegen die anrückenden amerikanischen Panzer

Weitere Filme:

zum WK I:

2011: Poll

POLL basiert lose auf den Memoiren der Berliner Autorin Oda Schaefer (1900 – 1988), in denen sie ihren Kindheitsbesuch in Estland kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges schildert. Vor dem faszinierenden Hintergrund eines fast vergessenen Kapitels der europäischen Geschichte hat Regisseur Chris Kraus daraus die bildgewaltige und bewegende Geschichte einer alles wagenden Liebe gemacht.

Nachruf Oda Schaefer © DER SPIEGEL, 37/1988

»Oda Schaefer, 87. Sie hat Erzählungen und Kritiken geschrieben, Hörspiele, Essays und anderes mehr. Die eigentliche Domäne der Schriftstellerin Oda Schaefer aber war die Naturlyrik. Programmatisch klingen schon die Titel ihrer Bücher: „Die Kastanienknospe“ und „Unvergleichliche Rose“, „Die Windharfe“ oder „Grasmelodie“. Geboren im Jahre 1900 als Tochter einer traditionsstolzen baltischen Familie, wollte sie ursprünglich Konzertpianistin werden, studierte dann in Berlin Malerei und Gebrauchsgraphik und wandte sich schließlich der Literatur zu. Nach dem Scheitern ihrer ersten Ehe mit dem Maler Albert Schaefer-Ast heiratete Oda Schaefer den schlesischen Schriftsteller Horst Lange. Zum Freundeskreis des Literaten-Ehepaares, das die Nazijahre in Gegnerschaft zum Regime und „innerer Emigration“ überstand, gehörten Peter Huchel und Günter Eich, Werner Bergengruen und Elisabeth Langgässer. Mit der literarischen Moderne konnte Oda Schaefer wenig anfangen, und das Ansinnen, sich nach 1945 dem Neubeginn der „Gruppe 47“ anzuschließen, wies sie zurück. Die eigenwillige Dichterin hat nicht nur elegische Verse im Stile Rilkes hinterlassen, sondern („Ich bin Ästhet und Sozialist zugleich“) auch schwungvolle Modefeuilletons. Am vorletzten Sonntag starb Oda Schaefer in einem Münchner Altersheim.«

 

Die Donauschwaben - Podunavske Svabe von Marko Cvejic

 

Neues Fimprojekt:  Kalte Mutter