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Psychotrauma

16.01.12

Was ist ein Psycho-Trauma?

Der Kern jeder traumatischen Erfahrung ist das subjektive Erleben von

  • Hilflosigkeit, völliger Ausgeliefertheit,
  • Ohnmacht und
  • Kontrollverlust.

Die Stresssysteme des Menschen werden dadurch maximal aktiviert und überfordert. Es kommt zum Extremstress und der Traumatisierung.

Es besteht eine Diskrepanz zwischen den bedrohlichen Situationsfaktoren und den eigenen Möglichkeiten dieses zu bewältigen (Schutzfaktoren und psychische Ausstattung des Menschen sind individuell), welches mit einem Gefühl der Hilflosigkeit, des Ausgeliefertseins und dem Gefühl der Schutzlosigkeit einhergeht und zu einer dauerhaften Erschütterung des Selbstbildes und /oder des Weltbildes führt.
Das erklärt auch warum die gleichen Erfahrungen auf jeden Menschen anders wirken bzw. anders gut verarbeitet werden.

Einfacher gesagt: Ein Psychotrauma entsteht, wenn ein Ereignis, welches die Möglichkeit zu kämpfen (also sich zu wehren) und die Fluchtmöglichkeit nicht offen lässt und die Integrität des Menschen körperlich und /oder psychisch dauerhaft verletzt. Die Gefühle der Sicherheit, der Kontrolle und der Selbstwirksamkeit werden nachhaltig gestört.

Man unterscheidet zwischen Typ I-Traumen und Typ II-Traumen (nach L.Terr):

  • Typ I-Traumen:

Diesem Typ sind Monotraumen (einmalige Erlebnisse) und Multitraumata (mehrfach erlebte traumatische Ereignisse) zuzurechnen.

  • Typ II-Traumen:

Hier spricht man von sequentiellen und Entwicklungstraumata. Also von traumatischen Ereignissen, die sich in Sequenzen wiederholen, sowie in wichtigen Entwicklungsphasen des Lebens auftreten (frühe Traumata) und zu Entwicklungsstörungen führen, da dadurch auch das Bindungssystem im Menschen gestört wird.

Je nach Heftigkeit des Ereignisses, nach Dauer und Lebensalter entwickeln sich unterschiedliche Störungsbilder und psychische Erkrankungen, sog. Traumafolgestörungen, die auch sehr komplex sein können.

Was schützt vor einem Trauma?

…die Möglichkeit und Fähigkeiten flüchten oder kämpfen zu können. Zudem schützt alles was Sicherheit im sozialen Umfeld rasch wieder herstellt (zB. räumliche Distanz von der Gefahr), stützende andere Menschen, die da sind und Sicherheit vermitteln können, ebenso alles, das hilft um eine Distanz (räumlich, zeitlich, psychisch) zu dem Erlebnis zu schaffen und das Gefühl der Wiederbemächtigung und die Selbstkontrolle unterstützen.

Das Vorhandensein von „guten inneren Objekten“ / gute Erfahrungen mit Mitmenschen, ausreichend gute Bindungserfahrungen, Zuspruch und sichere Orte sind Faktoren, die den Menschen stärker machen bzw. ihm7ihr helfen rascher wieder psychische Stabilität zu erlangen.

„Ein Psychotrauma ist dann integriert (und damit zu Ende), wenn der/die Betroffene mit angemessenem Effekt einen vollständigen und zeitlich geordneten Bericht über die Ereignisse geben kann.“ (Fischer, Riedesser)