Kriegsenkel.at

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2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß - Malte Ludin / Franz Lustig

Die Familie eines Nazitäters, 60 Jahre nach Kriegsende. Längst ist die Wahrheit über die Vergangenheit des Vaters aktenkundig, aber unter seinen Verwandten wird sie beschönigt, geleugnet und verdrängt – mit all der Leidenschaft, zu der nur Familienbande fähig sind...

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Hanns Ludin wird bereits in der Weimarer Republik berühmt, weil er in der Reichswehr für Hitler konspiriert. Nach 1933 steigt er schnell zum SA-Obergruppenführer auf. Ihm werden der Blutorden und andere hohe Weihen des Nazistaates zuteil. 1941 schickt ihn Hitler als Gesandten in den „Schutzstaat“ Slowakei. Als „Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen Reiches“ soll er dort die Interessen Berlins durchsetzen: vor allem die „Endlösung“. Nach dem Krieg wird Hanns Ludin von den Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert, 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Diese Tatsachen nimmt sein jüngster Sohn, der Filmemacher Malte Ludin, zum Ausgangspunkt einer schmerzlichen filmischen Auseinandersetzung mit den Legenden, die in der Familie über den Vater kursieren. War er ein Held und Märtyrer oder ein Verbrecher? Auf einmal sind alle bereit zu reden: Die Schwestern, Schwager, Nichten und Neffen...
Es entsteht ein intimes und doch beispielhaftes Filmdokument – ein hochemotionaler Bericht aus dem Inneren einer deutschen Familie. 60 Jahre nach Kriegsende spielt die Hitlerkatastrophe in deren Leben noch immer eine brennend kontroverse Rolle.

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Das Leben der anderen - Florian Henckel von Donnersmarck

November 1984, fünf Jahre vor der Öffnung der Berliner Mauer: Die DDR sichert ihren Machtanspruch durch den perfiden Überwachungsapparat der Staatssicherheit...

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Hauptmann Gerd Wiesler übernimmt die Observation des renommierten Schriftstellers Georg Dreyman und seiner Freundin Christa-Maria Sieland. Zunehmend fühlt sich der überzeugte Stasi-Mitarbeiter vom Leben des Künstlerpaares berührt. Als er erfährt, dass der Überwachung nicht politische, sondern private Motive zugrunde liegen, beginnt er, seinen Auftrag zu sabotieren – mit weit reichenden Folgen für alle Beteiligten.
Gelassen und zugleich gefühlvoll spürt Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck in seinem eindringlichen Spielfilmdebüt den Überwachungsmechanismen der Stasi und ihren schonungslosen Eingriffen in die Privatsphäre der Künstlerinnen und Künstler nach.


Napola - Elite für den Führer - Dennis Gansel

Im Zentrum steht der mittellose Berliner Nachwuchs-Boxer Friedrich (Max Riemelt in einer beeindruckenden Vorstellung), der die Napola als einzige Chance sieht, seine erhoffte Sportkarriere wahr machen zu können. Erst der sensible Albrecht (Tom Schilling), Sohn des Gauleiters Heinrich Stein (Justus von Dohnányi), öffnet Friedrich nach und nach die Augen über die systematische Gehirnwäsche, der sie in dieser „Erziehungsanstalt“ ausgesetzt sind...

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Für die Beiden beginnt ein ideologischer Kampf innerhalb dieses Mikrokosmos des unmenschlichen Nazi-Regimes, dessen tragisches Ende vorprogrammiert zu sein scheint. Auch wenn Regisseur und Drehbuch-Autor Gansel mehr aus seinem unverbrauchten Setting hätte machen können, weiß sein Mahnmal für den geistigen Widerstand der Jugend dennoch durch hohe Dramatik und das eindringliche Spiel seiner Hauptakteure zu begeistern. Wohl auch wegen der Unverbrauchtheit seines Sujets umschifft Napola erfolgreich das „Alles schon mal gesehen“-Gefühl bei vielen anderen Filmen über die Nazi-Zeit, und bietet gerade für junge Leute wichtige Denkanstöße, die Napola lange nachwirken lassen.


Der Untergang - Oliver Hirschbiegel

Berlin, April 1945: Ein Volk wartet auf seinen Untergang. In den Straßen der Hauptstadt tobt der Häuserkampf. Hitler (BRUNO GANZ) hat sich mit einigen Generälen und engsten Vertrauten im Führerbunker der Reichskanzlei verschanzt. Zu ihnen gehören auch Traudl Junge (ALEXANDRA MARIA LARA), seine Privatsekretärin, die ihn nicht im Stich lassen will...

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Während draußen die Lage immer mehr eskaliert, die Rote Armee weiter vorrückt und sich in den von Explosionen erschütterten Vierteln verzweifelte Szenen abspielen, erlebt Hitler den Untergang des Dritten Reiches hinter Bunkermauern. Obwohl Berlin nicht mehr zu halten ist, weigert sich der Führer, die Stadt zu verlassen. Er will, wie Architekt Speer (HEINO FERCH) es ausdrückt, auf der Bühne stehen, wenn der Vorhang fällt. Doch Hitler steht nicht auf der Bühne. Während sich die Wucht des verloren gegangenen Krieges mit aller Härte über seinem Volk entlädt, inszeniert der Führer im Bunker seinen Abgang. Noch Stunden vor dem gemeinsamen Selbstmord heiratet er Eva Braun (JULIANE KÖHLER). Statt des Endsiegs kommt das Ende, aber auch das ist vorbereitet bis ins letzte Detail. Nachdem er und Eva Braun sich das Leben genommen haben, werden ihre Leichen im Hof der Reichskanzlei verbrannt, damit sie nicht dem Feind in die Hände fallen. Viele seiner Getreuen wählen ebenfalls den Freitod. Goebbels und die verbleibenden Generäle weigern sich auch weiterhin, die von den Russen geforderte bedingungslose Kapitulation anzunehmen. Als die Lage immer aussichtsloser wird, tötet Magda Goebbels ihre sechs Kinder im Bunker mit Gift, bevor auch das Ehepaar Goebbels Selbstmord begeht. Kurz darauf gelingt Traudl Junge und einigen anderen in allerletzter Sekunde die Flucht durch den russischen Besatzungsring.


Eigentlich sind wir (auch) von hier - Margit Eschenbach

Kindheitsorte zu besuchen sind fest vorgenommene Reisen. Affinität zu den Großeltern, vom Familienroman fast gefordert, verspricht besonderen Zauber. Kinder von Flüchtlingen und Vertriebenen kennen zwei Arten solcher Orte: die selbst erlebten und die, die sie nach den Erzählungen der Familie hätten haben können...

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Margit Eschenbach teilt das Schicksal einer Generation, geboren Mitte des letzten Jahrhunderts. Für „Eigentlich sind wir (auch) von hier „ reiste sie mit ihrer DV-Kamera mit Einbein-Stativ nach Ostpreussen. Ins polnische Braniewo, damals Braunsberg, und in die russische Enklave Kaliningrad, Königsberg. Sie reist alleine, aber in Kenntnis des leichten Familienarchivs: Fotos und erzählte Erinnerungen. Sie besucht Orte ihrer Familie im kritischen Bewusstsein historischer Zusammenhänge, macht vorsichtig Bekanntschaften, führt Gespräche, beobachtet.
Eschenbachs „Camera stylo“ – Blick ist weder touristisch noch verschämt. Er bleibt offen, auf Augenhöhe, ist weder arrogant noch unterwürfig. Über den Wechsel der Landschaften, Orte und Jahreszeiten, zusammen mit den Fotos der Familie, bildet sich ein erzählerischer Bogen mit mehreren Kapiteln und Schichten: Großeltern, Jugend der Eltern, Krieg, Flucht und Vertreibung und die eigene Wahrnehmung von Geschichte.
Ein umsichtig formulierter und sorgfältig in den Film eingewobener Kommentar liefert knapp und präzise die notwendigen Informationen und begleitet ansonsten Suchen und Schauen, Nachdenken und Verstehen. Auch unbeantwortete Fragen werden aufgeworfen und Antworten mehr vorgeschlagen als aufgezwungen. Damit ist das Publikum zum Mitdenken einbezogen.


Das Wunder von Bern

Der legendäre Sieg der deutschen Nationalelf beim Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 gilt als „Das Wunder von Bern“...

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In dem gleichnamigen Film von Sönke Wortmann geht es zwar auch um die Vorbereitungen der deutschen Nationalspieler und die Weltmeisterschaftsspiele, aber die Sportereignisse bilden nur den Hintergrund für eine Familiengeschichte, und mit dem „Wunder von Bern“ ist hier weniger das Endspiel am 4. Juli 1954 gemeint, als das, was sich zur gleichen Zeit auf einer Autofahrt nach Bern abspielt: Der Spätheimkehrer Richard Lubanski findet endlich Zugang zu seinem elfjährigen Sohn Matthias und damit auch seinen Platz in der Familie, die elf Jahre ohne ihn leben musste, sowie in der deutschen Nachkriegsgesellschaft, in der ihm so vieles fremd ist.

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Gebürtig - Lukas Stepanik/Robert Schindel

„Vergangenheitsbewältigung ist Gegenwartsbewältigung. Wie leben wir mit all dem Vergangenen, wie gehen wir um mit dem Schatten, den das vergangene Grauen auf Gegenwart und Zukunft wirft? Davon erzählt GEBÜRTIG, voll Melancholie, Ironie und sarkastischem Schmäh.“ (Lukas Stepanik, Robert Schindel)...

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Der jüdische Emigrant Herrmann Gebirtig lebt als erfolgreicher Musicalkomponist in New York. Von Wien, dieser „Schlangengrube“, will er nichts mehr wissen. Doch Susanne Ressel, eine junge Journalistin, überredet ihn mit Charme und Hartnäckigkeit, gegen seinen ehemaligen KZ-Aufseher auszusagen. Der deutsche Journalist Konrad Sachs verdrängt die Tatsache, Sohn eines KZ-Arztes zu sein, der in Polen seiner „Arbeit“ nachging. Als er nach Auschwitz fährt, um über die Dreharbeiten zu berichten, trifft ihn die Erinnerung mit voller Wucht. Und der jüdische Kabarettist Danny Demant, in dessen Freundeskreis sich die Kinder von Tätern du Opfern mischen, besingt seine Heimatstadt: „Einst Welthauptstadt des Antisemitismus, ist Wien heute Vergessenshauptstadt worden.“ Aus der Gegenwart der späten achtziger Jahre, mit Witz und Verzweiflung, provokant und pointiert, erzählt der Film über jene Befangenheit, die sich als „gläserne Wand“ immer wieder zwischen Juden und Nichtjuden, Überlebende und Nachgeborene stellt.


Die Brücke - Bernhard Wicki

„Die Brücke“ ist ein realistisch wirkender Antikriegsfilm von Bernhard Wicki ohne Effekthascherei, der gerade deshalb unter die Haut geht. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges werden sieben sechzehnjährige Gymnasiasten dazu abkommandiert, eine Brücke in ihrer Heimatstadt bis zur bevorstehenden Sprengung zu sichern. Aufgrund der vaterländischen Parolen, die sie fortwährend gehört hatten, begreifen sie nicht, dass sie damit nur vor einem Fronteinsatz bewahrt werden sollten. Stattdessen kämpfen sie blindwütig gegen die anrückenden amerikanischen Panzer.


Weitere Filme zum WK II:

Poll
POLL basiert lose auf den Memoiren der Berliner Autorin Oda Schaefer (1900 – 1988), in denen sie ihren Kindheitsbesuch in Estland kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges schildert. Vor dem faszinierenden Hintergrund eines fast vergessenen Kapitels der europäischen Geschichte hat Regisseur Chris Kraus daraus die bildgewaltige und bewegende Geschichte einer alles wagenden Liebe gemacht.
Nachruf Oda Schaefer © DER SPIEGEL, 37/1988

»Oda Schaefer, 87. Sie hat Erzählungen und Kritiken geschrieben, Hörspiele, Essays und anderes mehr. Die eigentliche Domäne der Schriftstellerin Oda Schaefer aber war die Naturlyrik. Programmatisch klingen schon die Titel ihrer Bücher: „Die Kastanienknospe“ und „Unvergleichliche Rose“, „Die Windharfe“ oder „Grasmelodie“. Geboren im Jahre 1900 als Tochter einer traditionsstolzen baltischen Familie, wollte sie ursprünglich Konzertpianistin werden, studierte dann in Berlin Malerei und Gebrauchsgraphik und wandte sich schließlich der Literatur zu. Nach dem Scheitern ihrer ersten Ehe mit dem Maler Albert Schaefer-Ast heiratete Oda Schaefer den schlesischen Schriftsteller Horst Lange. Zum Freundeskreis des Literaten-Ehepaares, das die Nazijahre in Gegnerschaft zum Regime und „innerer Emigration“ überstand, gehörten Peter Huchel und Günter Eich, Werner Bergengruen und Elisabeth Langgässer. Mit der literarischen Moderne konnte Oda Schaefer wenig anfangen, und das Ansinnen, sich nach 1945 dem Neubeginn der „Gruppe 47“ anzuschließen, wies sie zurück. Die eigenwillige Dichterin hat nicht nur elegische Verse im Stile Rilkes hinterlassen, sondern („Ich bin Ästhet und Sozialist zugleich“) auch schwungvolle Modefeuilletons.
Am vorletzten Sonntag starb Oda Schaefer in einem Münchner Altersheim.«

 

Die Donauschwaben - Podunavske Svabe von Marko Cvejic

 


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